Einfach kann jeder – das Glück kommt manchmal unverhofft:Björn hat im Bundeskönigsjahr die große Liebe gefunden
Lieber Björn, ich kann mich noch sehr gut an den 14. September 2024 in Rietberg erinnern, als Emil Vogt, mein Vorgänger im Amt als Bundesschützenmeister, dich unserer großen Bundesschützenfamilie als neuen Bundesschützenkönig vorgestellt hat. Wie hast du diese ersten Stunden im neuen Amt erlebt?
Björn Karow: Es hat eine ganze Weile gebraucht, bis ich wirklich verstanden habe, was da gerade passiert ist. Für mich hat sich in dem Moment ein großer Traum erfüllt. Man malt sich das natürlich alles vorher aus, wie es sein könnte, aber wenn dann plötzlich der eigene Name fällt, ist man wohl doch etwas überfordert.
Ich habe mir mittlerweile die Videos von Rietberg sicher 100-mal angesehen und manchmal ist es auch heute noch unglaublich.
Björn, du bist genau wie unser damaliger Kölner Diözesankönig Ralph Schäfer als Single in dein neues Amt als Bundesschützenkönig gestartet. Wir als Kölner Schützenfamilie haben in der Folgezeit immer das Vergnügen gehabt, ein königliches Single-Doppelpack bei vielen Veranstaltungen zu begrüßen, das scheinbar sehr gut mit der neuen Situation umzugehen wusste. Wie haben deine unzähligen Gastgeber, wie hat unsere Schützenfamilie auf diesen Umstand reagiert? Warst du auf einmal ein begehrterer Single?
Björn Karow: Mit Ralph habe ich mich tatsächlich von Anfang an sehr gut verstanden. Das Singleleben war aber eigentlich nie ein großes Thema für mich. Es gab nicht mehr oder weniger Interesse an mir als vorher. Die Schützenfamilie ist sehr nett mit mir gewesen. Es war nie ein Problem, dass ich ohne Königin im Gefolge unterwegs war. Aber als ich dann eine dabei hatte, war es genauso schön. Moni ist gleich überall akzeptiert worden.
Dann erlebten wir alle das Königsfest unseres Kölner Diözesankönigs Ralph Schäfer am 15. Juni in Nettekoven-Impekoven. Hier traf ich dann erstmals auch dich, liebe Monika, im Gefolge unserer damaligen Aachener Diözesankönigin Ulrike Arnold. Erkläre doch bitte, wie kamst du auf dieses Diözesankönigsfest in Nettekoven-Impekoven?
Monika Remberg: Bei Ralph war ich tatsächlich nur als Begleitung für meine Mama. Ich habe sie auf alle großen Feste begleitet, so war die Standartenübergabe mit Diözesankönigsfest bei Pierre in Mayen die erste gemeinsame Veranstaltung und unsere eigene Standartenübergabe im letzten November die letzte, auf der wir nochmal fast alle alten und neuen Majestäten begrüßen durften.

Zum ersten Mal verstanden, was da so diözesanverbandsübergreifend zwischen Köln und Aachen mit euch beiden geschehen ist, habe ich, als ihr mit einer kleinen Abordnung aus Königsdorf bei meinem Heimatschützenfest in Grevenbroich-Gindorf zum Krönungsball besucht habt. Du, lieber Björn, als bislang nach vielen Jahrzehnten erster amtierender Bundesschützenkönig mit großem Ornat in unserer Bruderschaft und du, liebe Monika, im eleganten Abendkleid ganz offensichtlich als offizielle Partnerin unseres Bundeskönigs. Und ich sehe heut noch das schelmische Schmunzeln in euren Gesichtern, mit dem ihr mich in Unkenntnis der neuen Umstände ganz schön habt schmoren lassen, bis ihr mir dann endlich ganz offiziell mitgeteilt habt, ihr seid ein Paar.
Björn Karow: Ja, genau und spätestens ab diesem Zeitpunkt haben Moni und ich dieses Bundeskönigsamt dann auch als Paar wahrgenommen und erlebt. Die Überraschung ist uns geglückt und wir haben uns sehr gefreut, wie nett ihr uns bei euch aufgenommen habt.
Bei eurem Bundeskönigsfest in Königsdorf und schließlich beim Bundesschützenfest in Mönchengladbach wart ihr umjubelt. Hier habt ihr mit eurem sympathischen und natürlichen Auftreten als Paar, du, liebe Monika, als Partnerin an der Seite unseres Bundeschützenkönigs und – auch das muss man ja noch einmal klarstellen – nicht als unsere Bundeskönigin, die Herzen unserer Schützenfamilie im Sturm erobert. Doch wie so oft, wenn es am schönsten ist, folgt ganz schnell das Ende. Mit Ralf und Elke Lipperheide aus der Bruderschaft Zweifall im Aachener Bezirksverband Stolberg standen am 20. September eure Nachfolger als Bundesmajestäten fest. Ihr habt dann den Festzug in Mönchengladbach bereits wieder ganz normal als Schützenmann und Schützenfrau miterlebt. Was geschah dann?
Björn Karow: Heute noch der um- und bejubelte Bundesschützenkönig und am darauffolgenden Tag standen wir schon mehr oder weniger lädiert auf der Straße und wussten nicht wohin, denn mein Verein war nicht zum Festzug angereist. Aber wie soll's anders sein, wir haben bei meinem Bezirksverband Frechen schlussendlich Unterschlupf gefunden.
Monika Remberg: … mein ehemaliger Bundeskönig und neuer Lebenspartner. Eine einfach traumhaft schöne Entwicklung, wie ich sie mir schöner nicht hätte wünschen und träumen können. Gemeinsam mit meinem dreieinhalbjährigen Sohn Lennard erlebten wir dann eine Zeit des Ankommens in unserer neuen Partnerschaft abseits des Bundeskönigstrubels. Wir haben unseren Lebensmittelpunkt schon im laufenden Königsjahr nach Herzogenrath verlegt, wo ich beruflich als technische Produktdesignerin tätig bin. Zur Ruhe gekommen sind wir denn aber erst Ende Dezember, denn ich betreibe nebenberuflich ein Kunsthandwerk und so hat unser Bundeskönig a.D. mich an jedem Wochenende zu meinen Ausstellungen und Märkten begleitet und hat mit Inbrunst meine Filzfiguren präsentiert.
Björn, wie sehen deine Zukunftspläne aus?
Und an euch beide die Frage gerichtet, ich seid ja bislang beide im Schützenwesen aktiv. Welche Priorität räumt ihr beide diesem Thema, nach einem so intensiven Schützenjahr als königliche Repräsentanten unserer Bundesschützenfamilie heute und in nächster Zeit ein?
Björn Karow: Erstmal starte jetzt auch ich beruflich in einen neuen Lebensabschnitt und beginne eine neue Arbeit am neuen Wohnort.
Das Thema Schützenwesen hat jetzt natürlich nicht mehr die Priorität, lässt einen aber nicht los, zumal ich ja auch noch zweiter Vorsitzender in meinem Verein in Königsdorf bin. Das Schützenwesen wird uns auch künftig begleiten.
Monika Remberg: Auch wenn ich seit Sommer des letzten Jahres „nur“ die Partnerin an der Seite unseres amtierenden Bundesschützenkönigs sein durfte, kann ich nicht verhehlen, dass die damit zusammenhängenden Terminverpflichtungen auch mit Blick auf meinen Sohn Lennard uns in unserer jungen Partnerschaft manchmal an Grenzen gebracht haben. Hier sind wir froh, dass es nun etwas ruhiger geworden ist. Nun widme ich mich in Sachen Schützenwesen augenblicklich wieder meiner Tätigkeit als Geschäftsführerin in meiner Bruderschaft, der St.-Sebastiani-Schützenbruderschaft des ehemaligen Ländchens zur Heyden Kohlscheid vor 1288.
Frei nach dem Motto, „Einfach kann jeder“ – bist du heute mit all dem, was du zum Teil im Doppelpack hast erleben dürfen, ein glücklicher und zufriedener Mensch?
Björn Karow: Ja, das bin ich. Es ist zwar oft ein wenig viel gewesen, aber alles in allem war es eine wahnsinnig schöne Zeit, die ich nicht mehr missen mag. Und weil ich eben alles etwas anders mache als andere, möchte ich die Frau, die ich während meines Regentenjahres kennen und lieben gelernt habe, nicht mehr hergeben. Deshalb habe ich Moni gefragt, ob sie mich heiraten möchte. – Und sie hat ja gesagt!
Da bleibt mir nur, euch beiden ganz herzlich zu gratulieren. Was möchtest du mit deinen Erfahrungen all unseren Schützenfrauen mit auf den Weg geben in das gerade erst begonnene Schützenjahr 2026?
Monika Remberg: Als Schützenfrau kann ich nur sagen, genießt es, es geht so schnell vorbei. Unterstützt eure Männer, wo es nur geht. Wir haben so tolle Feste gefeiert, so schöne Momente erlebt und so viele tolle Menschen kennengelernt und manche Freundschaft, die sich entwickelt hat, hält vielleicht ein Leben lang. Aber ich bin ja nicht nur Schützenfrau, sondern auch Schützenschwester. Und deshalb bin ich sehr dankbar, wenn ich sehe, dass Frauen in unserer Schützenfamilie durch ihr Engagement und deren Akzeptanz einen immer höheren Stellenwert erhalten.
Lieber Björn, liebe Monika, mein Fazit aus dem vergangenen Jahr als neuer Bundesschützenmeister, dem Amt aus dem ich euch beide heraus als liebeswerte und schützenverbundene Partner habe erleben dürfen, ist ein sehr positives. Lasst mich am Ende dieses Interviews noch einmal feststellen: Ich bin sehr froh, auf Menschen wie euch getroffen zu sein, die uns allen ganz deutlich vor Augen geführt haben, wie wichtig es ist, immer das Positive zu sehen und zu überlegen, wie bekomme ich auch aus weniger guten Momenten im Leben das Bestmögliche hergeleitet.
