Mit Libori 2026 feierte Paderborn seinen Schutzpatron:Die Reliquie und der Schatz des Glaubens

Es ist einer dieser Momente, in denen selbst das geschäftige Treiben rund um den Hohen Dom in Paderborn für einen Augenblick innehält. Dreimal erklingt der Libori-Tusch. Langsam setzt sich die Prozession von der Krypta in den Kirchenraum in Bewegung. Voran schreitet der Träger des Pfauenwedels, dessen schimmernde Federn im Licht des Doms glänzen. Hinter ihm folgt, auf den Schultern von acht Schreinträgern getragen, der kostbare Liborischrein – Mittelpunkt des Patronatsfestes und Ziel tausender Blicke. In diesem Augenblick wird spürbar, was Libori seit Jahrhunderten ausmacht: Glaube, Geschichte und Gemeinschaft verschmelzen zu einem einzigartigen Erlebnis.
16 Aktive sind bei den Einsätzen als Liborischreinträger im Dienst. Dabei wechseln sich immer acht Männer im Alter zwischen 30 und 65 Jahren beim Tragen ab. Sie gelten als die starken Männer während des Liborifestes. Immerhin müssen die jeweils acht Liborischreinträger insgesamt 190 kg schweren vergoldeten Silberschrein sicher und ehrwürdig durch den Hohen Dom und auch über den Domplatz tragen.

Unter dem Leitwort „Mittendrin. Libori 2026“ feierte das Erzbistum Paderborn neun Tage lang den Schutzpatron von Erzbistum, Dom und Stadt Paderborn. Das Motto brachte den Wesenskern des Festes auf den Punkt: mitten drin im Glauben, mitten im Leben, mitten in der Gemeinschaft.
Rund 1,4 Millionen Besucher kamen nach Paderborn und machten Libori erneut zu einem der größten und traditionsreichsten Volksfeste Deutschlands. Doch das eigentliche Herz des Festes schlägt im Hohen Dom. Dort ruhen die Reliquien des heiligen Liborius, die seit ihrer Überführung aus dem französischen Le Mans im Jahr 836 die enge Verbundenheit beider Bistümer symbolisieren. Für das Liborifest werden die Reliquien aus ihrer Ebenholztruhe in den prachtvollen, vergoldeten Liborischrein eingesetzt.
Die Gottesdienste spiegelten die Vielfalt des Erzbistums wider.Den feierlichen Abschluss bildete der internationale Gottesdienst der Gemeinden anderer Muttersprachen und katholischer Ostkirchen.18 katholische Bischöfe, ein katholischer Abt und ein Bischof der anglikanischen Kirche von vier verschiedenen Kontinenten waren zu Gast.