Baron Spies wirbt für die Lourdes-Wallfahrt im September:„Ein Ausbrechen aus Krankheit und Alltag“

„Noch haben wir freie Plätze für kranke und gesunde Pilger bei unserer gemeinsamen Flugwallfahrt ab Düsseldorf nach Lourdes“, sagt der Hochmeister. Die nächste Lourdeswallfahrt findet vom 11. bis 16. September statt. Und damit schlagen zwei Seelen in einer Brust bei dem Hochmeister. Denn zeitgleich beginnt das Bundesfest in Damme, an dem er ebenso teilnehmen will wie bei der traditionsreichen Pilgerreise. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil seines Lebens geworden und soll es auch bleiben. „Ich fliege nach“, meint er pragmatisch, zumal die Organisation und Vorbereitung der Reise wichtiger sind als seine Anwesenheit bei der Anreise.
Bei der Organisation und Durchführung der Reise hofft er auch auf die Gemeinschaft der Schützen. „Wir sind ein mächtiger Baustein innerhalb der katholischen Kirche. Wenn wir uns einbringen, können wir viel erreichen“. So auch bei der Pilgerfahrt nach Lourdes. Darüber informieren und andere zur Teilnahme motivieren, ist sein Absicht. „Wer einmal dabei war und das Zusammenwirken von gesunden und beeinträchtigten Menschen erlebt hat, vergisst dieses Erlebnis nie mehr“, meint er. „Gesucht werden sowohl Hotelpilger als auch Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, die in der Krankenherberge ‚Accueil Notre Dame‘ untergebracht und betreut werden.“

Seit vielen Jahren organisieren der Malteser Lourdes-Krankendienst der Diözese Essen und die Krankenbruderschaft Rhein-Maas gemeinsam diese besondere Pilgerreise nach Lourdes in Südfrankreich. Die Wallfahrt richtet sich ausdrücklich sowohl an Menschen mit Krankheiten oder Behinderungen als auch an gesunde Hotelpilger, die gemeinsam eine außergewöhnliche Woche der Gemeinschaft, des Glaubens und der gegenseitigen Unterstützung erleben möchten. „Lourdes ist einer der wenigen Orte auf der Welt, an denen Kranke wirklich im Mittelpunkt stehen“, erklärt Max Freiherr von Spies von Büllesheim. „Für viele unserer Gäste ist diese Reise der Höhepunkt des Jahres – ein Ausbrechen aus Einsamkeit, Krankheit und Alltag.“
Im vergangenen Jahr reisten rund 25 kranke Pilger, begleitet von einem ehrenamtlichen Team aus mehr als 30 Helfern, Ärztinnen, Geistlichen sowie Schülerinnen aus Essen und Düren nach Lourdes. Unterstützt wurde die Gruppe zusätzlich von Hotelpilgern, die mit ihrer Teilnahme wesentlich dazu beitragen, dass der gemeinsame Charterflug überhaupt möglich bleibt.
Die Reise nach Lourdes ist geprägt von einer besonderen Atmosphäre: internationale Gottesdienste, die berühmte Lichterprozession, Begegnungen mit Menschen aus aller Welt und intensive Momente der Ruhe und des Gebets an der Grotte von Massabielle. Dabei geht es nicht nur um religiöse Erfahrungen. Viele Teilnehmer berichten von tiefer Gemeinschaft und gegenseitiger Unterstützung. „Man erlebt in Lourdes, dass Menschen füreinander da sind – unabhängig von Alter, Herkunft oder Einschränkungen“, so von Spies, der geradezu begeistert von seinen eigenen Erfahrungen berichtet. „Wir hatten einen schwerkkranken Pilger, der eigentlich mit seinem Leben abgeschlossen hatte und nur noch einmal in Lourdes seine Bitten vortragen wollte. Lourdes hat ihn mit neuem Lebensmut erfüllt. Jetzt reist er zum wiederholten Male mit uns.“
Die Betreuung der kranken Pilger erfolgt durch erfahrene ehrenamtliche Helfer des Malteserordens. Viele junge Menschen engagieren sich dabei erstmals im direkten Dienst am Nächsten. Die Jugendlichen unterstützen bei Mahlzeiten, Transportdiensten und im Alltag der Pilger. „Der Zusammenhalt zwischen Kranken und Gesunden macht das Besondere der Lourdes-Pilgerreise aus“, hat der Hochmeister festgestellt. „Die in Lourdes gemachte Erfahrung prägt alle Reisenden.“
Die Organisatoren beobachten jedoch mit Sorge, dass Pilgerfahrten wie diese zunehmend schwieriger zu finanzieren sind. Steigende Flugkosten und sinkende Teilnehmerzahlen stellen viele Lourdesgruppen in Deutschland vor große Herausforderungen. Bereits seit Jahren wird darüber diskutiert, wie die traditionellen Lourdeswallfahrten langfristig erhalten werden können. „In vielen Bistümern werden diese Wallfahrten angeboten“, meint der Hochmeister, „nicht nur vom Malteser Lourdes-Krankendienst der Diözese Essen und die Krankenbruderschaft Rhein-Maas.“
Über viele Jahre hinweg war es selbstverständlich, dass die Organisatoren den Flug nach Lourdes vollständig auslasten konnten. Heute stehen sie vor einer großen Herausforderung: „Es wird zunehmend schwieriger, ausreichend Pilgerinnen und Pilger zu gewinnen, um die notwendige Teilnehmerzahl zu erreichen.“
Die Wallfahrt richtet sich insbesondere an kranke und hilfsbedürftige Menschen. „unsere ‚Herren und Damen Kranken‘, wie wir sie im Sinne des Malteser-Charismas nennen.“ Sie kommen aus dem gesamten Ruhrgebiet sowie aus den Regionen Aachen, Heinsberg, Viersen und Kleve. In den vergangenen Jahren wurden etwa 60 dieser Gäste in den Krankenherbergen von Lourdes begleitet und betreut.

„Um eine würdige und intensive Begleitung sicherzustellen, stellen wir bewusst eine 1:1-Betreuung durch ein engagiertes Team von rund 80 Helferinnen und Helfern sicher.“ Ergänzt wird die Gemeinschaft durch eine Gruppe von etwa 40 Hotelpilgern. Diese sind nicht nur Teil der geistlichen Gemeinschaft, sondern tragen wesentlich zur Finanzierung des Fluges bei, da jeder Sitzplatz vollständig gegenüber der Airline bezahlt werden muss. Das Anliegen von Spies: „Wir benötigen dringend weitere Mitpilgerinnen und Mitpilger.“
Denn sollte die notwendige Mindestteilnehmerzahl von etwa 170 Personen nicht erreicht werden, hat der Reiseveranstalter das Recht, die gesamte Pilgerreise abzusagen. Für viele unserer kranken Gäste wäre dies ein schwerer Verlust – denn die Wallfahrt nach Lourdes ist für sie oft der Höhepunkt des Jahres, ein seltenes Ausbrechen aus einem oft von Krankheit und Einschränkung geprägten Alltag.“
Der Hochmeister vertraut auf seine Schützenfamilie, die ihn dabei unterstützen soll, die Lourdes-Fahrt zum Erfolg werden zu lassen. „Lasst uns in unseren Gemeinschaften darüber reden und dabei Mitreisende gewinnen.“
Erschwerend kommt hinzu, dass die Reisekosten seit der Corona-Pandemie erheblich gestiegen sind, wodurch sich immer weniger Menschen diese besondere Erfahrung leisten können.
Aus diesem Grund suchen wir bewusst den Kontakt zu lebendigen, engagierten katholischen Gemeinschaften, die offen sind, neue Wege zu gehen und Menschen für eine Lourdeswallfahrt zu begeistern.