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Vor 70 Jahren starb der erste Bundespräses Dr. Peter Louis :Ein Streiter für Glaube, Sitte und Heimat – von den Nazis verfolgt, von den Schützen verehrt

In diesem Jahr jährt sich der Tod unseres Verbandsgründers Dr. Peter Louis zum 70. Male. Aus diesem Grunde versammelte sich der Bundesausschuss für Schützenbrauchtum, -geschichte und -musik in Leverkusen-Bürrig zu seiner Sitzung, die mit einem Vortrag über das Leben und Wirken von Dr. Louis begann.
Datum:
17. Aug. 2026
Von:
Matthias Tennior

Peter Louis, geboren am 2. Februar 1886 in Godesberg, wurde nach einem Studium der Philosophie und Theologie in Bonn am 19. Februar 1910 im Kölner Dom zum Priester geweiht. Nach verschiedenen Kaplansstellen promovierte er  1918 und wurde 1921 Direktor des Xaverius-Werkes (heute „missio“).  Im Dezember 1926 wurde er Pfarrer von St. Stephanus in Bürrig.

In Bürrig kam Dr. Louis mit dem Schützenwesen in Kontakt. Hier gab es die 1878 gegründete Schützenbruderschaft und den 1925 gegründeten Schützenbund Rhein-Wupper, einen der ältesten Bezirksverbände unseres Bundes. Er erkannte die potenzielle Stärke eines geeinten Schützenwesens in den unsicheren Zeiten der Zwischenkriegsjahre und hatte die Idee zur Gründung eines Verbandes, den er unter anderem mit Schulrat Peter Lankes aus Viersen und weiteren Mitstreitern in Angriff nahm. So kam es am 27. Februar 1928 zur Gründung der Erzbruderschaft vom Hl. Sebastianus – der Vorgängerorganisation unseres heutigen Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften. Für die Leitung der Erzbruderschaft konnte Dr. Louis Franz Fürst und Altgraf zu Salm-Reifferscheidt-Dyck als Präsidenten (Hochmeister) gewinnen, er selbst wurde erster Generalpräses (Bundespräses). Am 1. Juli 1928 fand die offizielle Proklamation in den Kölner Messehallen mit 5000 Schützen und vielen Gästen aus Politik und Kirche statt. Bereits im Herbst 1928 reiste der Vorstand der Erzbruderschaft unter Leitung von Dr. Louis nach Rom, um die päpstliche Anerkennung zu erlangen. Kurze Zeit später veröffentlichte Dr. Louis die erste Ausgabe der Verbandszeitschrift „Der Schützenbruder“ um den Kontakt zwischen Erzbruderschaft und den Mitgliedern zu intensivieren.

Dr. Louis feierte 1950 sein 40-jähriges Priesterjubiläum

Peter Louis war nicht nur überzeugter Schütze, sondern auch ein entschiedener Gegner der Nationalsozialisten. Bereits anlässlich der Reichstagswahl 1932 sagte er: „Es gilt, den größten deutschen Vielredner und Allesversprecher vom Staatsruder fernzuhalten.“ Nach der Machtergreifung 1933 blieb er ein aufrechter Gegner des Regimes und setzte Zeichen. So veranstaltete er die Erstkommunion seiner Pfarrei 1934 bewusst zeitgleich mit dem Treuegelöbnis der Hitler-Jugend und kommentierte dies damit, dass in Bürrig „das Treuegelöbnis unserer Kinder gegenüber unserem Herrn und Heiland Jesus Christus gefeiert werde.“

Die Reaktion des Regimes ließ nicht lange auf sich warten: So wurden die Feierlichkeiten zu seinem silbernen Priesterjubiläum 1935 massiv gestört, 1936 wurden das Pfarrhaus und die Bundeskanzlei der Erzbruderschaft gestürmt und geplündert. Die Erzbruderschaft wurde verboten und Dr. Louis wurde bis 1940 insgesamt 17mal verhaftet und verhört und schließlich aus der Rheinprovinz ausgewiesen.

Als Dr. Louis 1946 zurück nach Bürrig kam, machte er sich direkt ans Werk und sendete im März einen Rundbrief, darin schrieb er unter anderem: „Im Anbruch der neuen Zeit stehen die alten Bruderschaften geschlossen da und machen ihren Wahlspruch zur Tat: Aus alter Wurzel neue Kraft.“ In den folgenden Jahren engagierte er sich beim Wiederaufbau des Bundesverbandes und darüber hinaus. 1951 war er auch an der Wiedergründung des Deutschen Schützenbundes beteiligt. Er blieb bis zu seinem Tode Präses seiner Heimatbruderschaft in Leverkusen-Bürrig, des DV Köln und des Bundes.

Am 16. Oktober 1956 verstarb Dr. Louis im Alter von 70 Jahren und wurde auf dem Friedhof hinter seiner Pfarrkirche beigesetzt. Er bleibt in Erinnerung als einer der Motoren für unser heutiges, gemeinsames Schützenwesen im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, der aber auch klare Kante zeigen konnte, wenn Dinge nicht zu unseren Idealen von Glaube, Sitte und Heimat passten.