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Max Freiherr Spies von Büllesheim:Fünf Fragen an den neuen Hochmeister

Max Freiherr Spies von Büllesheim spricht über Vereinsamung, die Kraft des Miteinanders und den Eifel-Champagner als Kennenlerntrunk an der Theke.
Hochmeister Max Freiherr Spies von Büllesheim
Datum:
26. Mai 2026
Von:
BHDS

Wie empfanden Sie Stimmung und Zustimmung bei Ihrer Wahl zum Hochmeister? Wie waren die Reaktionen in den ersten Wochen nach der Wahl?

Hochmeister: Die Stimmung in Langenfeld-Richrath war sehr gut. Ich fühlte mich sofort herzlich aufgenommen. Insbesondere den Schützenbrüdern aus meiner Heimat im Kreis Heinsberg bin ich für die persönliche Wegbegleitung dankbar. 
In den ersten Wochen nach der Wahl haben mich zahlreiche Glückwünsche erreicht – aus den Schützenbruderschaften, aus den Kirchengemeinden und auch aus der Politik. Das ist für mich ein großer Vertrauensvorschuss, dem ich mich würdig erweisen will.

Sie haben erklärt, als einer von 300.000 Schützen Verantwortung für alle übernehmen zu wollen. Was haben Sie sich für die ersten Monate bis zur feierlichen Amtsübernahme beim Bundesfest in Damme vorgenommen?

Hochmeister: Ich habe bereits jetzt viele Einladungen erhalten, kann leider aber nicht überall sein. Deshalb möchte ich eine Vorgehensweise aufgreifen, wie sie auch Fürst Salm praktiziert hat: Jedes Jahr eine Schwerpunktregion auswählen, um so nach und nach alle Teile unseres Verbandes intensiver kennenzulernen. 
Bis zum Bundesfest in Damme ist es mein Ziel, möglichst viele Bruderschaften in meinem Bezirk persönlich zu besuchen – vielleicht nicht immer zu den großen Festen, aber beispielsweise zu Vogelschüssen oder anderen Veranstaltungen. Danach wird sich mein Radius erweitern …

Worauf freuen Sie sich besonders? Werden eher interne Beratungen oder öffentliche Auftritte Schwerpunkt Ihrer Tätigkeit sein?

Hochmeister: Mein Ansatz ist zunächst: zuhören.
Ich gehe davon aus, dass sich meine Tätigkeit aus einer guten Mischung aus interner Arbeit und öffentlichen Begegnungen zusammensetzen wird – beides gehört für mich untrennbar zusammen.

Welche Herausforderungen sehen Sie für die christlichen Bruderschaften in Zeiten der Kirchenkrise?

Hochmeister: Die Herausforderungen sind die gleichen wie für die gesamte Kirche. Wir müssen wieder sichtbarer werden – und wir müssen Multiplikatoren sein: in unseren Gemeinden, für die Kirche und die Kirche auch für uns.
Das heißt ganz konkret: Sich selbst in die Pflicht nehmen und wieder häufiger am Sonntag in der Kirche präsent sein. So wirkt man als „stiller Multiplikator“. Oder man spricht Menschen ganz direkt an: Komm doch mit zur Messfeier. Komm zu unserer Versammlung.
Ich bin überzeugt, dass wir damit viel erreichen können. Denn Vereinsamung findet nicht nur im Alter statt. Wer sich ausschließlich über soziale Netzwerke verbunden fühlt, vereinsamt oft im Geiste – das kann nicht im Sinne der Schützen und auch nicht im Sinne der Kirche sein.
Social Media ist dabei keineswegs das Problem – im Gegenteil: Aber die reale Gemeinschaft ersetzt es nicht.
Echte Gemeinschaft braucht Anwesenheit – im Bewusstsein und ganz konkret vor Ort.

Sie trinken gerne Pils, so erklärten Sie auf Nachfrage nach der Lieblingsbiersorte. Werden Festzelt und Theke für den neuen Hochmeister Kennenlern- und Kommunikationsorte sein? Wie wichtig ist Ihnen das gesellige Miteinander?

Hochmeister: Im Kreis Heinsberg ist man ja fast schon in der Eifel – da funktioniert der „Eifel-Champagner“ nach dem Motto „Bitte ein Bit“ immer ganz gut.
Aber entscheidend ist nicht das Bier, sondern die Gemeinschaft. Und in guter Gemeinschaft schmeckt das Bier überall – ob in Köln, Düsseldorf oder anderswo.
Festzelt und Theke sind deshalb wichtige Orte der Begegnung, des Kennenlernens und des Austauschs – und damit auch ein unverzichtbarer Teil unseres Schützenwesens.