Max Freiherr Spies von Büllesheim soll neuer Hochmeister werden:Fürst Salm verabschiedet sich von den Schützen
Einige haben es geahnt, für die meisten kam die Nachricht überraschend: Dr. Emanuel Fürst zu Salm hat angekündigt, sein Amt als Hochmeister des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften nach 15 Jahren weiterzugeben. Angesichts der Vielzahl neuer Aufgaben nach dem Tod seines Vaters sieht sich Salm nicht mehr in der Lage, „den Schützen im vollen Umfang gerecht zu werden“. Bereits bei der Bundesvertreterversammlung am 22. März soll ein Nachfolger gewählt werden. Fürst Salm hat Max Freiherr Spies von Büllesheim als neuen Hochmeister vorgeschlagen. Seine Wahl gilt als sicher. Die feierliche Amtsübergabe soll zum Bundesfest in Damme erfolgen.
In einer emotionalen Rede hatte Fürst Salm beim Treffen mit Bundesvorstand und Diözesanbundesmeistern auf seinem Familiensitz Schloss Anholt seine Entscheidung mitgeteilt. Mit Bundesschützenmeister Robert Hoppe, mit dem ihn ein besonderes Vertrauensverhältnis verbindet, war er bereits vorher im engen Austausch gewesen. Salm betonte, die Schützen und ihre Ideale seien ihm stets nahe gewesen. Er habe trotz der Vielzahl der Termine stets mit Freude am Leben der Gemeinschaft teilgenommen und viele besondere Menschen kennengelernt. "Als ich damals das Amt des Hochmeisters übernommen habe, wusste ich, dass es eine große Verantwortung ist. Was ich nicht wusste, war, wie sehr mich diese Aufgabe prägen würde – menschlich, geistlich und persönlich." Es habe viele schöne Momente gegeben, aber auch Entscheidungen und Diskussionen, die Kraft gekostet hätten. Dabei sei ihm klar geworden, wie wichtig bei allem das christliche Fundament der Bruderschaften sei. Sein Dank für Wegbegleitung und Unterstützung, Rat und Kritik verband Salm mit der herzlichen Bitte, seinem Nachfolger eine ebensolche rückhaltlose Unterstützung zuteil werden zu lassen. Max Freiherr Spies von Büllesheim sei ein geerdeter Mensch, dem Brauchtum verbunden, als Landwirt der Schöpfung nahe, in seiner Familie geborgen und den christlichen Traditionen verpflichtet. Salm: "Ich bin froh, dass wir in intensiven Gesprächen einen Weg gefunden haben, unseren wunderbaren Bund in die Zukunft zu führen." Dazu gehöre auch ein geordneter Übergang mit einer längeren Phase der Wegbegleitung durch ihn. Die öffentliche Amtsübergabe solle zum Bundesfest in Damme erfolgen. Aber auch danach gelte, so Salm: "Ich lege dieses Amt nieder, aber ich gehe nicht fort. Ich bleibe Schütze. Ich bleibe Bruder. Und ich bleibe dieser Gemeinschaft verbunden – mit Herz und Überzeugung."
Bundesschützenmeister Robert Hoppe sprach von großem Bedauern, das er empfinde: "Ich hätte mir sehr gewünscht, unser partnerschaftliches Miteinander noch lange fortsetzen zu können." Fürst Salm habe durch seine Gradlinigkeit und Herzlichkeit den Bund über 15 Jahre geprägt. Hoppe zeigt dennoch Verständnis für die Entscheidung, das Amt aufzugeben. Salm hatte von der Vielzahl der neuen Verpflichtungen gesprochen, die auf ihn nach dem Tod seines Vaters, des bis dahin amtierenden Fürsten Salm, zugekommen seien. "Ich kann den Schützen nicht mehr die Zeit geben, die nötig und richtig wäre, da ich verschiedene Gremienmitgliedschaften und Vorstandposten in allein zwölf Funktionen übernommen habe."
Dankbar zeigten sich Bundesvorstand und Diözesanbundesmeister für Salms Bereitschaft, das erste Halbjahr bis zur feierlichen Amtsübergabe zum Bundesfest in Damme im Doppel mit dem neuen Hochmeister an Bord zu bleiben und auch danach beratend tätig zu sein. Die Empfehlung an Präsidium und Bundesvertreterversammlung zur Wahl von Max Freiherr Spies von Büllesheim erfolgte einmütig. Der Kandidat wird bei der Präsidiumssitzung am 14. März in Werl in einen intensiven Gedankenaustausch mit dem Führungsgremium des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften eintreten und sich auch bei der Bundesvertreterversammlung am 22. März in Langenfeld-Richrath ausführlich vorstellen und seine Vision für die Zukunft des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften erläutern. Die Wahl erfolgt bei der Bundesvertreterversammlung.

