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Offline gehen:Warum Verzicht kein Rückschritt ist

Datum:
18. Feb. 2026
Von:
Tobias Kiene, BdSJ Diözesanpräses DV Paderborn

Jeden Montag klingeln viele meiner digitalen Geräte, allen voran mein Smartphone, um mir meine Bildschirmzeit mitzuteilen. Oft genug klicke ich es einfach weiter. Hin und wieder lese ich die Zusammenfassung wie lange ich an den Geräten bin. Mit der genauen Minutenzahl wird mir dann immer wieder bewusst, warum ich es sonst nicht lesen und so oft einfach bei Seite schiebe. Klar, gibt es Ausreden und ein sich selbst rechtfertigen: da ist Arbeitszeit mit drin und wie soll das in unserer Welt und in unserer Kirche, zumal im Jugendverband, ohne all das gehen. Du hast es genutzt, um mit Freunden im Kontakt zu bleiben, das ist nichts Falsches.

 

Aber warum erzähle ich von meinen Erlebnissen an Montagen. Ganz einfach, weil ich mir selbst mehr den Mut wünschte einmal offline zu gehen, nicht dauernd erreichbar zu sein oder häufig in den sozialen Medien unterwegs zu sein. Ich wünschte mir mehr Mut zum Verzicht.  Genau daran erinnert uns das Kirchenjahr in diesem Monat. Es ist Fastenzeit, die Zeit des Verzichtes. In den Schulgottesdiensten der Grundschulen zu Aschermittwoch frage ich meistens die Schüler, was sie sich vornehmen, auf was sie verzichten, auf was sie fasten möchten. Neben der bekannten klassischen Antwort der Süßigkeiten, gibt mir die Antwort, auf die Schule oder die Hausaufgaben, jedes Jahr neu zu denken auf. Natürlich ist es eine kindliche Antwort auf meine Frage und wer würde nicht gerne auf das Verzichten, was keine Freude macht. Hier nun aber liegt verborgen, was die Fastenzeit von mir verlangt und was es bedeutet zu verzichten. Es geht nicht um einen Verzicht um des Verzichts Willen, sondern darum sich zu prüfen und einzuüben frei zu werden von unguten Gewohnheiten, vielleicht sogar von Süchten, frei zu werden letztlich von der Sünde.

 

Wer es schafft diese Themen bei sich zu benennen und in diesen Dingen offline zu gehen, der macht keinen Rückschritt in seinem Leben, sondern einen Schritt nach vorne. Damit dies gelingt muss ich Kraft und Mut aufwenden. Es liegt an mir, den Weg des Verzichtes zu gehen. Warum sollte ich die Mühe auf mich nehmen? Um Zeit zu gewinnen, und zwar für Gott, für den Glauben und für die Menschen. Die Zeit zu nutzen für das wahre, schöne und wichtige des Lebens. Die Tage der Fastenzeit, laden zum Verzicht ein. Ich brauche die Zeit, in der ich offline bin, damit ich für Gott, für andere und für mich online gehen kann. Nutzen wir diese Tage!